Pfarrei St. Johann Osnabrück

Pfarrei St. Johann Osnabrück

Pfarrgemeindeprojekt

Pfarr-Projekt: Mädchen Grundschule mit Internat in Kibuk am Elgon Berg in der Diözese Bungoma im Westen Kenias.

In der Diözese Bungoma in Kenia wohnen 2,2 Millionen Menschen von denen sich ca. 800.000 zur Katholischen Kirche bekennen die in 39 Pfarreien von ca. 60 Priestern und zahlreichen Katecheten betreut werden. Geleitet wird sie seit 14 Jahren von Bischof Norman King`oo Wambua, der hin und wieder nach Deutschland, auch hier nach Osnabrück, kommt um finanzielle Unterstützung für verschiedenste Projekte seiner Diözese zu erbitten.
Die Diözese erstreckt sich von der Küste des Viktoria Sees bis zum Elgon-Berg der, über 4300m hoch, von der kenianisch-ugandischen Grenze in zwei etwa gleiche Teile geteilt. So wie die Geographie sehr unterschiedlich ist, sind auch die Menschen sehr unterschiedlich, die in der Diözese Bungoma leben: im Süden, am Viktoria See der Stamm der „Samia“, in der Mitte die „Bukusu“ und am Elgon Berg die „Sabaot“, alle mit eigener Sprache und Kultur.
Die Ausgangssituation der Zielgruppe:
Die ca. 200.000 Sabaot am Elgon Berg sind durch die geschichtliche Entwicklung, u.a. auch die Landnahme der europäischen Siedler vor ca. 100 Jahren, von der Volksgruppe zu der sie gehören (den „Kalejin“) getrennt und an die Hänge des Berges abgedrängt worden. Derartig isoliert haben sie sich lange Zeit äußeren Einflüssen widersetzt, nur zögerlich z.B. moderne Schulbildung angenommen und gehen traditionellen Gebräuchen wie der Beschneidung junger Mädchen nach die dann oft im Alter von 15/16 Jahren verheiratet werden. Zusammen mit den Auswirkungen von Stammeskämpfen, die in den Jahren 1992, 1998 und 2007 stattgefunden haben, sind so die Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten insbesondere für Mädchen in dieser Gegend der Diözese auch für kenianische Verhältnisse besonders schlecht. Dies möchte Bischof Wambua ändern. Er hat viel Erfahrung mit Schule: er war selbst Lehrer und Schulleiter bevor er Priester wurde und die Diözese ist Träger vieler Schulen unterschiedlichster Art.
Das geplante Projekt:
Bischof Wambua möchte auf dem Gelände der Pfarrei „Kibuk“ eine Grundschule für Mädchen mit angeschlossenem Internat gründen. Die Grundschule dauert in Kenia acht Jahre, ein Internat wird für gewöhnlich für die Klassen 5 bis 8 angeboten. Angeschlossen werden soll noch ein Kindergarten für ca. 80 Kinder der ebenso wie die Schule mit ihren 640 Schülerinnen von Katholischen Schwestern geleitet wird. Es wird sich um eine öffentliche Schule handeln zu der jeder Zugang hat, in der nur sehr geringe Schulgebühren erhoben werden und bei der der Staat die Lehrer stellt die nach dem Staatlichen Lehrplan unterrichten. Die Katholische Kirche stellt das Grundstück und die Gebäude und bestimmt das Schulprogramm sowie die Schulleiterin. In dieser Konstellation ist es einerseits möglich auch ärmeren Familien den Schulbesuch ihrer Tochter zu ermöglichen (im Vergleich zu den rein privaten Schulen) andererseits über das Management die Qualität des Unterrichts positiv zu beeinflussen und über das Vorbild der Schwestern die Persönlichkeits-Entwicklung der Mädchen zu unterstützen.
Hierin liegt auch der eigentliche Sinn dieses Projektes: Durch gute Bildung und Förderung der Persönlichkeitsentwicklung die Mädchen zu befähigen als Frauen einen Wandel in ihrer (Stammes)Gesellschaft herbeizuführen der z.B. die Mädchenbeschneidung undenkbar macht.

Entwicklungen des Projektes in 2012:

• Bei dem Kindermissionswerk in Aachen sind gut 30.000 € für dieses Projekt durch die Sternsingeraktion in unserer und weiteren Gemeinden sowie persönliche Spenden eingegangen
• Bischof Norman Wambua hat mit dem Architekten die Pläne für den Neubau weiter konkretisiert und die Kosten für die einzelnen Gebäudeteile herausgearbeitet.
• Der Vorstand des Nangina e.V. (www.nangina.de) hat sich bereit erklärt 100.000 € für die erste Phase des Schulneubaus beizusteuern.
• Die Bewilligungskommission des Kindermissionswerkes hat 94.000€ für die erste Phase des Schulneubaus bewilligt.
• Der Architekt in Nairobi, mit dem Bischof Norman Wambua in allen Fragen von Neubau oder Renovierung zusammenarbeitet hat leider keinen Bauunternehmer gefunden, der Willens und in der Lage gewesen wäre in Kibuk am Elgon Berg diese Gebäude zu einem Festpreis zu bauen. Die Gegend ist offensichtlich auch für kenianische Verhältnisse „zu weit weg“!
• Bischof Norman Wambua hat sich daher entschlossen diese erste Phase des Schulneubaus mit tatkräftiger Unterstützung des Architektur-Büros in Eigenregie anzugehen. Er ist zuversichtlich mit Hilfe des zur Verfügung stehenden Geldes einen zweigeschossigen Gebäude-Block mit acht Klassenräumen bauen zu können und hat bereits begonnen Arbeiter dafür auszusuchen.

Kontakt: Kaplan Dietmar Hagemann; E-Mail: oder Dr. Klaus Flohr; E-Mail:

Reisebericht zum Pfarrprojekt: Neubau einer Grundschule am Berg Elgon in Kenia:

Ende Januar 2013 haben wir, Catherine und Klaus Flohr, Kenia besucht, um Bischof Norman Wambua in Bungoma und die Baustelle der Grundschule in am Berg Elgon zu besuchen.
Bischof Norman hat uns herzlich in seinem Haus in Kibabi, einem Vorort von Bungoma willkommen geheißen. Nach all der Hektik und dem Trubel kenianischer Städte erlebten wir dort eine Oase der Ruhe und Gelassenheit. Jeden Morgen um 6.30 Uhr liest er mit zwei jungen Priestern, die mit ihm dort wohnen, die Heilige Messe und nach dem Frühstück war dann Gelegenheit über den Fortgang des Projekts zu reden:
Nach den Zusagen der Sternsinger und des Nangina-Club für die Finanzierung hatte er große Schwierigkeiten einen geeigneten Bauunternehmer zu finden. So verzögerte sich die Beauftragung und der Baubeginn bis in den Dezember 2012, schreitet jetzt aber zügig voran. Von unserer Seite konnten wir berichten, dass die Pfarrei St. Johann in Osnabrück, wie auch andere, diesen Januar wieder mit den Kindern unterwegs war und für dieses Projekt bei Wind und Wetter gesammelt hat. Bischof Norman war angetan und dankbar! Am späten Vormittag sollte es dann losgehen – aber nach ca. 5km machte uns der Motor des altgedienten aber sonst sehr zuverlässigen Toyota-Allrad-Autos einen Strich durch die Rechnung: Ölverlust. Pannenhilfe? Fehlanzeige! Der Priester einer nahegelegenen Pfarrei bringt uns zurück nach Kibabi und Bischof Norman verbringt den Rest des Tages damit dafür zu sorgen dass das Auto zurück nach Kibabi geschleppt und untersucht wird.
Gegen Mittag des folgenden Tages starten wir den nächsten Versuch und kommen nach ca. einer Stunde Fahrt in Kibuk an. Wir finden eine Baustelle voller Aktivitäten vor auf der sich, ganz landestypisch, viele Arbeiter aber nur wenige Maschinen befinden. Eine Erschließungsstraße wurde angelegt und die Fundamente der Klassen-Gebäude sind ebenso zu erkennen wie die in den Himmel ragenden Armierungen für die tragenden Teile der Wände. Zwei ca. 8m tiefe Löcher wurden in Handarbeit in den Felsen gehauen um die Toiletten aufzunehmen. Der junge Bauingenieur erklärt uns die Besonderheiten: das leicht abschüssige Gelände, die Notwendigkeit die Fundamente bis auf den Felsen zu führen und wie die Latrinen funktionieren sollen. Zufrieden und beeindruckt treten wir die Rückfahrt an.

Zeitungsartikel aus der NOZ vom 02.09.2013; Bischof Norman King‘ oo Wambua aus Kenia zu Gast in 'Maria – Königin des Friedens'

Rückblick auf das Entenrennen zu Gunsten des Pfarrgemeinde-Projekts >> Artikel aus der NOZ vom 29.09.2013 bitte hier klicken.

Sternsingeraktion 2014 >> bitte hier klicken


Baustelle_Januar_2013__Bild_1


Baustelle_Januar_2013__Bild_2


Baustellenbesichtigung_mit_Bischof_Norman_Wambua_Januar_2013